100 Jahre amtliche Vermessung

 Nicht nur Form und Gestalt der Welt beschäftigten die Menschen bereits lange vor unserer Zeit. Auch die Dimensionen der weiten und nahen Umgebung faszinierten schon immer. Die Beispiele hierfür reichen in der Geschichte weit zurück bis in die Antike. So hielten bereits vor über 4‘000 Jahren die Babylonier die Grenzen ihrer Dörfer und Äcker auf Tontafeln fest. Und im 14. Jahrhundert v. Chr. sollen nach einer Nilüberschwemmung die Ägypter ihre Grundstücke neu abgesteckt und festgehalten haben.

In der Schweiz gab es ab dem 17. Jahrhundert vereinzelt erste grossflächige Pläne. Landbesitzer brauchten diese Karten damals, um gegenüber ihren Pächtern die Höhe des Pachtzinses zu berechnen und festzulegen.

Vermessung ist also keine junge Wissenschaft! Deutlich jünger – obwohl auch schon 100 jährig – ist hingegen die Vermessung als amtliche Aufgabe in der Schweiz. Im Jahre 1912, also vor rund 100 Jahren, hat der Bund mit dem Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB) die Grundlagen für das eidgenössische Grundbuch und die Grundbuchvermessung, die heutige amtliche Vermessung, geschaffen.

Ziel des im Jahre 1923 erlassenen Vermessungsprogramms war es, die Grundbuchvermessung schweizweit innert 50 Jahren abzuschliessen. Im Jahre 1933 wurde mit der Grundbuchvermessung bei uns in Uri in der Gemeinde Wassen gestartet. Nachher folgten Erstfeld, Schattdorf, Flüelen und Altdorf. Sparmassnahmen, die Kriegsmobilmachung und als Folge des Baubooms Mangel an qualifiziertem Personal verzögerten die Arbeiten in der amtlichen Vermessung.

Die grosse Verspätung im Vermessungsprogramm und der technische Wandel zum „digitalen“ Zeitalter erforderten neue Konzepte für die Grundbuchvermessung. Mit der neuen Verordnung des Bundesrates über die amtliche Vermessung (AV93) wurde im Jahr 1993 die Ablösung der konventionellen Planträger durch elektronische Datenbanken eingeleitet. Als neue Methode hielt das Global Positioning System (GPS) in der amtlichen Vermessung Einzug.

Im Jahre 1992 wurde bei uns in Uri die Lisag, eine gemischtwirtschaftliche Aktiengesellschaft an der die öffentliche Hand – Kanton, Gemeinden und Korporationen – sowie die Privatwirtschaft partnerschaftlich beteiligt sind, gegründet. Die Lisag erhielt vom Kanton den Auftrag, in Uri die amtliche Vermessung durchzuführen und ein umfassendes Geoinformationssystem (GIS Uri) aufzubauen. Wegen des Baus der Neuen Eisenbahnalpentransversale (NEAT) nahm die Lisag die Erstvermessung und die digitale Aufbereitung der bestehenden Vermessungen zügig an die Hand. Sie liess die einzelnen Vermessungslose durch private Geometerbüros ausführen. Bereits Ende 2003 konnte das Vermessungswerk abgeschlossen werden. Uri konnte damit nach Nidwalden als zweiter Kanton in der Schweiz mit Stolz verkünden, die Erstvermessung für das ganze Kantonsgebiet flächendeckend abgeschlossen zu haben.

Mit dem neuen Geoinformationsgesetz des Bundes (GeoIG) wird im Geschichtsbuch der amtlichen Vermessung ein neues Kapital aufgeschlagen. Der Urner Landrat wird die dazugehörige kantonale Ausführungsverordnung in der kommenden Mai-Session beraten und – so hoffe ich – verabschieden.

Die Verantwortung für das urnerische Vermessungswerk wird auch in Zukunft bei der Lisag liegen. Zusätzlich wird die Lisag in ihrer Rolle als zentrale Datendrehscheibe des Kantons gestärkt. Die Lisag wird im Auftrag der zuständigen Fachstellen des Kantons, der Gemeinden, der Korporationen und der Werke eine Vielzahl von Geodaten zu verwalten haben. Für die Bürgerinnen und Bürger wird der Nutzen wesentlich erhöht, indem neue Geodienste die Zugänglichkeit zu den Geodaten wesentlich erleichtern.

Die amtliche Vermessung vermisst die Erdoberfläche mit modernsten Techniken. Sie erfasst dabei eine Menge verschiedener Daten. So ermittelt sie zum Beispiel Höhen und Bodenbedeckungsarten von den Berggipfeln bis zu den Talböden. Ihre Hauptaufgabe ist aber das Erheben von Grundstücksgrenzen.

Entlang von Wegen und auf Trottoirs hat sie jeder von uns schon entdeckt: Messingbolzen, Granitsteine, Kunststoffmarken und eingemeisselte Kreuze. Dies sind Zeichen der amtlichen Vermessung. Vermessen hinterlässt also in der Landschaft Spuren.

Damit das Vermessungswerk stets die aktuellen tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse enthält, muss es wie ein Bauwerk laufend unterhalten und nachgeführt werden. Mit dieser Aufgabe hat der Regierungsrat für das ganze Kantonsgebiet für eine fünfjährige Vertragsperiode den Nachführungsgeometer des Ingenieurunternehmens Sennhauser, Werner & Rauch AG (SWR) beauftragt.

Die Vermessungsfachleute werden heute auch als „Geodatenmanager“ oder „Treuhänderinnen für Grund und Boden“ bezeichnet. Dies zu recht: neben Fachwissen über Vermessungstechnik haben nämlich Kenntnisse der Informatik, der Telekommunikation, des Rechts und des Projektmanagements stark an Bedeutung gewonnen. Der Regierungsrat ist froh, dass mit der SWR hier vor Ort in Uri ein privates Ingenieurunternehmen hochqualifizierte Arbeitsplätze für Vermessungsfachleute anbietet.

 Bei der amtlichen Vermessung spannen drei verschiedene Akteure erfolgreich zusammen: Bund, Kanton und privates Nachführungsgeometerbüro. Die langjährig praktizierte Zusammenarbeit hat sich bestens bewährt. Das ist wirklich ein Grund, um heute zu feiern!

Anlässlich des 100 Jahr Jubiläums der amtlichen Vermessung ist es mir ein echtes Bedürfnis, Generationen von Ingenieurgeometern und Geomatikern als Gestalter unseres Lebensraums im Namen des Regierungsrats für die grosse, wertvolle und kompetente Arbeit zu danken, die sie in den vergangen 100 Jahren im Dienste unseres Landes geleistet haben.

Vom Arnisee ein Fussmarsch von einer halben Stunde entfernt liegt im Gornerental der geometrische Mittelpunkt des Kantons Uri. Zum Anlass des 100-Jahr-Jubiläums realisieren die SWR, die Lisag und die Justizdirektion von hier aus den neuen Themenweg zum geometrischen Mittelpunkt. Spuren und Zeichen der amtlichen Vermessung werden den Weg säumen. Eine Broschüre wird Sie auf dem Themenweg begleiten und Einblicke in die Geschichte, die Aufgaben und die Bedeutung der amtlichen Vermessung gewähren.

 Ich wünsche, dass in der kommenden Wandersaison möglichst viele Wanderer und Schulklassen den kurzen Abstecher vom Arni zum geometrischen Mittelpunkt des Kantons Uri unternehmen werden, um sich so einen Einblick in die langwährende Geschichte und die grosse Bedeutung der amtlichen Vermessung zu verschaffen.

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550 km beschilderte Biketrails warten in Uri darauf, entdeckt zu werden

Uri verfügt mit dem Urnersee, mit seinen Bergipfeln und Gletschern, mit den unberührten Seitentälern, mit wilden Flüssen und Bächen auf kleinstem Raum über eine einzigartige, vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft. Aufgrund seiner Topografie und dem weitverzweigten Wegnetz ist Uri wahrlich ein Bikeparadies!

Biken ist gut für die Gesundheit. Dieser Sportart kommt immer grössere Bedeutung zu. Weltweit gibt es zwei bis drei Mal mehr Biker als Skifahrer und Snowboarder. Für ein umfassendes Angebot einer Tourismusregion ist Biken heute ein wichtiger Erfolgsfaktor.In Uri gab und gibt es schon lange Bikerouten. Was bisher jedoch fehlte, war eine einheitliche Beschilderung der Routen. Auf schweizerischer Ebene bestehen schon seit einigen Jahren verschiedene Bestrebungen für eine einheitliche Signalisation der Bikerouten. So hat die Stiftung “Veloland Schweiz” Richtlinien für die Beschilderung von Bikerouten herausgegeben. Das Projekt “SchweizMobil”, eine Fortsetzung des erfolgreichen Vorgänger-Projekts “Veloland Schweiz” umfasst insgesamt drei nationale Bikerouten durch die Schweiz. Zwei davon führen auch durch den Kanton Uri.

In Uri erschien die von der Justizdirektion herausgegebene Urner Wanderkarte (M 1:25’000) erstmals mit Bike-Infos. Die Zweitauflage im Jahre 2006 enthielt im Bereich Mountainbiken eine erhebliche Aufwertung. Erstmals wurde auf der Basis von “SchweizMobil” ein grobes Bikerouten-Konzept erarbeitet und verschiedene Routen wurden kartografisch dargestellt.

Ebenfalls im Jahr 2006 wurde aufgrund der Initiative der IG Bike Uri im Urner Talboden erstmals mit der “901 Unterland” eine lokale Bikeroute nach den Richtlinien von “SchweizMobil” ausgeschildert.

 Zwei Jahre später, also im Jahr 2008, lancierte die IG Bike Uri die Idee eines umfassenden urnerischen Bikerouten-Konzepts. Dieses sollte sowohl den Freizeitsportlern als auch dem Feriengast das Erkennen der Routen erleichtern und Konflikte zwischen Wanderern und Bikern entschärfen. Für die Hotellerie und die Gaststätten sind Bikerinnen und Biker willkommene Gäste. Das neue Bikerouten-Konzept sollte deshalb auch als klar kommunizierbares Angebot das touristische Marketing erleichtern.

 Die IG Bike Uri erarbeitete in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Wanderweg- und Bikefachstelle einen Bericht und einen Kostenvorschlag.

 Die für die Umsetzung des Bikerouten-Konzepts erforderlichen finanziellen Aufwendungen von rund Fr. 300’000.– stellten eine grosse Herausforderung dar. Dank grosszügigen regionalpolitischen Fördergeldern des Bundes aus dem NRP-Topf gelang es, die politischen Entscheidungsträger zu überzeugen und die Finanzierung sicher zu stellen.

 Das neue Urner Bikerouten-Konzept umfasst ein Streckennetz von total 550 Kilometern. Es besteht aus 16 Bikerouten und einer Downhillstrecke. Sämtliche Routenausgangsorte sind ans öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Der Kanton Uri wird damit in der Schweiz nach Graubünden und Tessin neu an dritter Stelle mit ausgeschilderten Biketrails stehen!

 Wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung des Bikerouten-Konzepts war jedoch das enorme Engagement der in der IG Bike Uri vereinigten Bikerinnen und Biker. Sie haben in unzähligen Arbeitsstunden die Routen ehrenamtlich erfasst und signalisiert. Für einmal haben in Uri am gleichen Strick gezogen. So haben die beiden grössten Grundeigentümerinnen im Kanton, die Korporationen Uri und Ursern, und zahlreiche private Strassen- und Liegenschaftseigentümer mit ihrem Einverständnis das Befahren der Wege und Routen und die Installation der Signaltafeln ermöglicht.  

 Ich gratuliere der IG Bike Uri zum gelungenen Werk. Ich danke allen am Projekt beteiligten Akteuren, den öffentlichen und privaten Grundeigentümern, den Gemeinden, den Tourismusorganisationen, der SchweizMobil, der Kromer Mobility und der kantonalen Wanderweg- und Bikefachstelle für ihr grosses Engagement und ihre Unterstützung.

 Seit dem letzten Samstag warten in Uri 550 km beschilderte Biketrails darauf, entdeckt zu werden.

Zögern Sie nicht und schwingen Sie sich selber aufs Bike! Folgen Sie den ausgeschilderten Wegen! Sie werden begeistert sein! http://www.uri.info/de/navpage-BikeURI-MOUNTAINBIKELAND.html

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Bevölkerungswachstum

Wir haben es lesen können, die Bevölkerung in der Schweiz nimmt ständig zu, es wird eng, in den Zügen, auf den Strassen, in den Wohngebieten. Wir kommen an die Grenzen des Wachstums. Der Kanton Uri ist der einzige Kanton, der kein Bevölkerungswachstum verzeichnet. Was heisst das? Sind wir zu wenig attraktiv als Wohnort, obwohl sehr gut erschlossen? Fakt ist, wir haben seit Jahren mit Abwanderung zu kämpfen. Verschärft wurde das Ganze durch den Verlust von Arbeitsplätzen der Bundes- oder bundesnahen Betriebe und auch die Abwanderung der gut ausgebildeten Jungen macht Sorgen. Offensichtlich ist es auch mit der neuen Steuerstrategie nicht gelungen, neue Bewohnerinnen und Bewohner nach Uri zu bringen – es fehlt wohl an Marketingmassnahmen, auch an attraktiven und attraktivsten Wohnlagen (wie es z. B. in Flülen möglich wäre). Zudem hat das ewige Lamentieren über die verkehrlichen Belastungen nicht zu einem positiven Image beigetragen. Hier müssen wir tätig werden, denn attraktives Wohnen auf dem Land ist in Uri möglich. Die Entwicklung in Andermatt ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch das allein reicht nicht. Und wenn wir bereits bei diesem Projekt schon über steigende Wohnungspreise lamentieren , dann haben wir so Einiges noch nicht begriffen. Es geht um die Zukunft unseres Kantons. Klar ist Bevölkerungswachstum nicht als Ziel an sich zu sehen - denn Zuwachs an Bevölkerung heisst auch Investitionen in Infrastrukturen, wenn aber die Abwanderung so weit geht, dass die Infrastrukturen nicht mehr ausgelastet sind, dass Behörden nicht mehr besetzt werden können, wenn das Steuersubstrast rückläufig wird, dann haben wir ein Problem. Zu spät ist es noch nicht, aber handeln ist angezeigt und denken in grösseren Dimensionen.

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